
Thomas Zastrow, 17.07.2004 03:56
Das Non-Plus-Ultra der Bildbearbeitung ist Photoshop von Adobe. Kein Programm hat so viele Features und ist gleichzeitig so gut durchdacht gestaltet wie Photoshop.
Allerdings ist Photoshop teuer: Für den Privatmann / die Privatfrau definitiv unerschwinglich.
Aus dieser Situation heraus gibt es mittlerweile viele Anbieter am Markt die versuchen es Photoshop gleichzutun: Das Ergebnis sind meistens Kopien des originalen Photoshops die mehr oder weniger - meistens weniger - an das Original heranreichen.
Auch in der OpenSource-Szene existiert ein Bildbearbeitungsprogramm welches Photoshop in vielen Belangen das Wasser reichen kann, in manchen Bereichen den Marktführer sogar übertrumpft: "The GNU Image Manipulation Program" oder kurz: GIMP.
Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten unter Windows setzt GIMP im Bereich Usability und Bedienbarkeit eigene Massstäbe: Für den Anfänger kommt es deshalb ein wenig sperrig und ungewohnt daher, hat man sich aber ersteinmal in die grundlegende Bedienung eingearbeitet kann man sehr komfortable mit GIMP arbeiten.
Ursprünglich stammt GIMP aus der Linux/Unix-Welt. Mittlerweile gibt es aber auch einen kompletten Windows-Port, zu beziehen hier.
Nach dem Start von GIMP fällt zuerst einmal auf dass GIMP nicht in einem eigenen Programm-Fenster erscheint sondern stattdessen seine Fenster auf dem Windows-Desktop verteilt:
Werkzeugleiste, Ebenen-Verwaltung und einige weitere Dialoge erscheinen allerdings durchaus vertraut und befähigen den Photoshop-gewohnten Bildbearbeiter direkt loszulegen:
Auch jedes geöffnete Bild bekommt sein eigenes Fenster. Dieses wiederum hat eine eigene Menüleiste in der sich - ganz nach Photoshop-Manier - die meisten Funktionen an der gewohnten Stelle finden lassen:
Nach der Bearbeitung ist auch die "Speichern unter" - Funktion etwas eigenwillig - ganz nach Unix-Art ist die Datei-Endung nicht unbedingt der entscheidende Wert zur Auswahl des Dateiformats:
Ein bisschen Ein- und Umgewöhnungszeit braucht es sicherlich wenn
man als Photoshop-User mit GIMP produktiv arbeiten will. Zur Belohnung
erhält man Zugang zu einem äusserst mächtigem Bildbearbeitungstool -
und ein reines Gewissen.
Wie für ein Unix-Tool üblich lässt sich GIMP über selbst
programmierte Schnittstellen in diversen Programmiersprachen erweitern.
An diesem
Punkt hat GIMP eindeutig die Nase vor Photoshop.
Und wie es sich für ein echtes OpenSource-Tool gehört steht mit "Grokking the GIMP" auch ein freies Handbuch zu GMIP zur Verfügung: Hier hat sich auch schon so mancher Photoshop-Künstler noch den ein oder anderen Trick abgeschaut ...