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e-learning-websozis.msdazu.de: Bildbearbeitung: Photoshop: Erstellen eines komplexen Banners

Erstellen eines komplexen Banners

Manchmal muß es eben etwas mehr sein: Dieser Workshop zeigt, wie man auch ohne passende Fotos aus Einzelteilen ein Banner zusammensetzen kann. Der Workshop setzt Grundkenntnisse vor allem im Umgang mit Ebenen vorraus und ist wahrscheinlich für Anfänger weniger hilfreich.

Schritt 1: Brainstorming

Ein Wahlkampfbanner soll den politischen Gegner an einer empfindlichen Stelle treffen. Für mein Banner habe ich mir folgende Stichworte ausgesucht:
  1. Schwarz-Gelb wirkt im Gegensatz zu Rot-Grün immernoch unmodern
  2. Die bürgerliche Wirtschafts- und Sozialpolitik erinnert an frühindustrielle Zeiten
  3. Guido Westerwelle wird nicht ernstgenommen
Ich werde diese Punkte hervorheben, indem ich Merkel, Stoiber und Westerwelle als "echt viktorianische" Industriellenfamilie vor den malerischen Hintergrund rauchender Fabrikschlote setze. Botschaft: "Zurück in die Vergangenheit!".

Schritt 2: "Bausteine" finden und vorbereiten

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Trotz Suche bei Google-Images habe ich kein passendes Familienfoto gefunden. Ich muß es also aus Einzelpersonen zusammensetzen. Ich empfehle, wenn möglich, zuerst nach englischen Begriffen zu suchen. In meinem Fall war das "victorian lady". Das Angebot ist hier größer. Zum Ausschneiden von Elementen aus einem Bild lege ich über dem Ausgangsbild eine zusätzliche Ebene an und fülle den Bereich, den ich ausschneiden will, mit schwarz. Vorteil ist hier, daß man die "Auswahl" mit den normalen Werkezugen weiterbearbeiten und sie mit dem unveränderten Grundbild zusammen speichern kann. So lassen sich später Fehler korrieren und auch feine oder halb-durchsichtige Details können erhalten werden, indem man in diesen Bereichen z.B. einen Pinsel mit geringer Deckung verwendet, um die Maske "auszumalen". Um das Bild auszuschneiden, halte ich STRG gedrückt und klicke in die Mini-Darstellung der Ebene (auf dem rechten Bild, ganz rechts: die kleine schwarze Silhouette vor weißem Hintergrund). Das erstellt eine Auswahl aus meiner Ebene. Nun wähle ich die Ebene aus, aus der ich ausschneiden möchte. Das ist in meinem Fall die unterste. Bearbeiten > ausschneiden schneidet nun nur aus dieser Ebene aus, ich muß meine Maske nicht einmal verstecken.


Schritt 3:  Ein erstes Familienportrait

BildNach diesem Schema suche und bearbeite ich alle Elemente, die im späteren Verlauf dieses Workshops auftauchen. Die meiste Zeit kostet bei mir die Suche nach passenden Bildern, die sich um- und einarbeiten lassen. Nach einiger Zeit sieht meine Familie aus wie auf der Abbildung links.

Zusammengefügt habe ich die Familienmitglieder dabei in einer sehr großen neuen Datei. Man sollte von vorne herein versuchen, keine Elemente mit allzu großen Abweichungen in Größe und Qualität zu finden, trotzdem sind in diesem Fall natürlich die Größenverhältnisse falsch. Ich habe deshalb die "abweichenden" Familienmitglieder mit der rechten Maustaste angeklickt und mit "Freie Transformation" auf die richtige Größe gebracht. Vorraussetzung ist natürlich, daß jedes Familienmitglied seine eigene Ebene hat, was beim Kopieren und Einfügen normalerweise immer der Fall ist. Es kann unter Umständen sinnvoll sein, einzelne Elemente bzw. Ebenen mit Filter > Schärfe > Unschärfemaske "nachzuschärfen".

Meine Familie besteht im Augenblick aus folgenden Teilen:
Eine viktorianische Lady, farbig; ein viktorianische Mann, schwarz-weiss, ohne Beine (es gab nur Bilder von Hüfte aufwärts); Beine aus einem anderen Bild, schwarz-weiss; ein Junge in Seemannsanzug.

Nun möchte ich folgendes: die Mutter soll dem Jungen die Hand auf die Schulter legen, obwohl die Bildebene des Jungen über der Mutter liegt. Der Junge soll einen Lolly in der Hand halten. Der rechte Arm der Mutter soll den Vater nicht verdecken.



Schritt 4: Kleinere chirurgische Eingriffe

BildUm die Veränderungen vorzunehmen, brauche ich mehr und kleinere Elemente. Dazu schneide ich, mit derselben Methode wie früher, die linke Hand der Mutter, ihren rechten Arm und den rechten Arm des Jungen aus.

Außerdem beschaffe ich mir von Google einen großen Lolly und eine geschlossene Kinderhand (eine Faust tut's auch).

Zuerst die Mutter:
Die Ebene mit der kopierten linken Hand der Mutter schiebe ich über die Ebene mit dem Jungen, so daß die Hand vom Junge nicht mehr verdeckt wird; den rechten Arm lege ich unter die Ebene der Mutter, weil er vom Auge des Betrachters weiter entfernt ist, als der Brustkorb. Hand und Gehstock entferne ich, die Hand würde sowieso vom Jungen verdeckt. Nun drehe ich den Arm mit Rechtsklick > Freie Transformation > Rotation.

Nun der Junge:
Damit der Junge den Lolly nicht mit ausgestrecktem Arm von sich weg hält, schneide ich den Arm erneut an der Armbeuge durch und drehe mir die beiden Teile so zurecht, bis die Haltung stimmt. Glück für mich: der Anzug des Jungen ist schwarz, da fällt es garnicht auf. nun kommt über die beiden Arm-Ebenen die Lolly-Ebene und über die Lolly-Ebene die Faust (die ich vorher verkleinert, verschoben und gedreht habe). Voilà: der Junge hält den Lolly.


Schritt 5: Köpfe und kleinere Korrekturen

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Nun soll die Familie ihre neuen Köpfe bekommen. Wie gehabt besorge ich mir passende Bilder, schneide sie nach bekannter Methode aus und füge sie ein. Neu hinzugekommen sind: Die Köpfe von Merkel, Stoiber und Westerwelle sowie ein Zylinder und ein Hut. Westerwelles Hut stammt von dem Original-Jungen. Damit er "passt" habe ich den Kopf des Jungen ausgeschnitten, über Westerwelles Kopf gelegt und dann das Gesicht des Jungen weggeschnitten. Schon sitzt der Hut!

BildWir haben aber ein Problem: wer auf dem oberen linken Bild genau hinschaut, sieht daß Stoibers "künstliche Beine" eine unschöne Kante haben. Die will ich nun beseitigen.

Dazu greife ich zum "Stempel". Der ist auf dem Bild links in der Toolbox ausgewält. Der Stempel "merkt" sich eine Position, wenn man Alt gedrückt hält und ins Bild klickt. Wenn man dann irgendwo anders hinklickt, "malt" er, was sich an der zuerst gespeicherten Position befindet. Ein Stempel mit weicher Kante eignet sich deshalb hervorragend, um harte Übergänge auszubessern und kleinere Fehler
zu übertünchen.
In unserem Fall nehmen wir ein Stückchen der oberen Jeans auf (Alt-Klick) und bessern damit die Kante zu den angeklebten Beinen aus (Klicken und Malen entlang der Kante). Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt! Ist der Stempel zu groß oder klickt man falsch, malt man plötzlich Hemdknöpfe auf die Hose.

Tipp: Normalerweise kopiert der Stempel nur aus der gerade ausgewählten Ebene. Aktiviert man "benutze alle Ebenen" in der oberen Symbolleiste, werden alle Ebenen einbezogen.

Schritt 6: Der Hintergrund

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Ein rauchender Fabrikschlot ist nicht schwer zu finden, aber das Bild muß der Länge entsprechen. Was tun? Einfach des vorhandene Bild noch einmal kopieren, langziehen und die Lücke schließen. Ich lösche dann den Himmel und lege eine einfarbig graue Ebene dahinter. Sieht noch nicht besonders gut aus.

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Zeit für den Stempel! Diesmal mit einer großen Einstellung. Ich nehme das neue Hintergrund-Grau auf und bearbeite damit die Kante. Abgeschnittene Wolken werden dagegen mit dem Kopierstempel "ergänzt" (links aufnehmen, etwas weiter rechts weitermalen).  Mit dem Boden geschieht das Gleiche.

Aber wieso ist plötzlich alles grau? Ganz einfach: Ich habe eine komplett schwarze Ebene an die oberste Stelle gesetzt und den Füllmodus auf "Sättigung" gestellt. Alles was unter dieser Ebene liegt, wird nun in Grautönen dargestellt. Auch die (ausgeblendete) Familie.

Schritt 7: Die Schrift

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Zeit für den letzten Schliff! Ich blende die Familie wieder ein und positioniere sie so, daß genug Platz für meinen Slogan bleibt. Für die Schrift wähle ich eine möglichst altmodische Type. Leider hebt sich die weiße Schrift zu wenig vom Hintergrund ab. Ich lege deshalb über den Hintergrund (aber unter die Familie!) eine schwarze Ebene mit geringer Deckkraft. So wird der Text lesbarer und die Familie rückt in den Vordergrund.

Irgendetwas fehlt noch: Spinnweben! Die hole ich mir aus dem Netz, diesmal aber ohne Ausschneiden. Spinnweben sind ja praktisch weiß. Ich suche mir also bei Google ein Spinnwebenbild vor dunklem Hintergrund und füge es ein. Dann stelle ich den Füllmodus der Spinnwebenebene auf "Aufhellen". Jetzt werden nur die Pixel der Ebene dargestellt, die heller sind als der Pixel darunter. Der schwarze Hintergrund verschwindet, es bleiben die hellen Spinnweben. Mit der Spinner mache ich quasi das gleiche, nur mit umgekehrten Vorzeichen: schwarze Spinne auf hellem Hintergrund, Füllmodus abdunkeln. Arbeit gespart.

Abschluss

Das "Vorwärts in die Vergangenheit"-Banner hat einen großen Nachteil: weil ich die meiste Zeit mit einer größeren, qualitativ besseren Version gearbeitet habe, war die Qualität der Endversion schwer vorrauszusehen. Edmund Stoiber war z.B. mit Zylinder nicht zu erkennen. Der mußte also weg. Auch bei Merkel und Westerwelle ist die Erkennbarkeit schlechter als ich es mir wünschen würde. Es ist also wahrscheinlich trotz allem sinnvoller von Anfang bis Ende in der Auflösung zu arbeiten, die das Banner schließlich haben wird.

BildEin Tipp noch:
Neuere Versionen von Adobe Photoshop erlauben es nicht nur mehrere Ebenen in einem Ordner zusammenzufassen (Ordner mit Klick auf das Ordnersymbol ganz unten erstellen, Ebene mit Drag & Drop daraufziehen), sondern auch Ordner in Ordnern zusammenzufassen. Davon habe ich bei diesem Projekt Gebrauch gemacht, indem ich die Elemente der Familienmitglieder jeweils in einem Ordner, die Familie im Ordner "Vordergrund" (soweit siehe Bild) und später den Hintergrund im Ordner "Hintergrund" zusammengefasst habe. Gerade bei vielen Elementen kann man so leicht Bildteile aus- und einblenden.
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